Gedanken aus dem Leipziger Umland

Du sollst nicht stehlen

aehre„2. Buch Mose, 20. Kapitel, Absatz 15“, werden bibelfeste Christen hinzufügen.

Man muß das nicht wissen und auch kein Christ sein, um diese Verhaltensregel vernünftig zu finden. Sie ist in der Tat so vernünftig, daß selbst diejenigen, die Diebstahl zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben, das nie offen zugeben werden. Sie haben aber folgendes gelernt: Diebstahl ist gar kein Problem. Man darf es nur nicht so nennen.

Und so wird heute Allgemeingut in nie dagewesenem Ausmaß gestohlen.

Die Firma „Monsanto“ etwa, Hersteller u.a. von gen­mani­puliertem Sojasamen, hat an den Genen der Sojapflanze eine Änderung vorgenommen, die diese Pflanze resistent werden läßt gegen das ebenfalls von Monsanto hergestellte Unkraut­vernichtungsmittel ROUNDUP, und diese minimal veränderte Pflanze per Patent in Gänze zu ihrem („geistigen“) Eigentum erklärt, für das Bauern in aller Welt nun bis ans Ende der Menschheit wieder und wieder an Monsanto zahlen sollen. Monsanto hat damit die Arbeit von Generationen von Züchtern der letzten Jahrhunderte genauso gestohlen, wie das, was vorher in Jahrmillionen die Evolution geleistet hat. Christen würden vielleicht sagen: Sie haben einen Teil der Schöpfung gestohlen. („… Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, …“, 1. Buch Mose , 1. Kapitel, Absatz 11) Wer mehr über Monsanto wissen will, erfährt das hier.

Eine andere Art des Diebstahls besteht darin, Allgemeinwissen mit minimalen Zusätzen als „Trivialpatent“ zu seinem „Geistigen Eigentum“ zu erklären. Bekanntestes dieser Trivialpatente ist das „Doppelklick-Patent“ der Firma Microsoft (US Patent Nr. 6,727,830), mit dem der Doppelklick, wenn er zum Starten eines Computerprogramms benutzt wird, plötzlich Erfindungshöhe haben soll. Samuel Morse (1791-1872) hat bereits im vorletzten Jahrhundert mit seinem Morsealphabet eine sehr viel ausgefeiltere Anwendung dieser Grundidee vorgelegt.

„Wenn jemand einen Ochsen oder Schafe stiehlt, und schlachtet’s oder verkauft’s, der soll fünf Ochsen für einen Ochsen wiedergeben und vier Schafe für ein Schaf.“ (2. Buch Mose, 21. Kapitel, Absatz 37) Um das Problem so einfach zu lösen, ist die Allianz der Diebe allerdings schon zu stark. Schließlich ist der erfolgte Diebstahl durch Patente sanktioniert. Da hilft nicht einmal mehr ein Gebot Gottes. Und wer nach dem, was er unter dem obigen Link erfahren hat, noch nicht depressiv geworden ist, möge die Worte „Monsanto“ und „Bill Gates“ bei der Suchmaschine seiner Wahl eingeben, um zu erfahren, daß der langjährige Microsoft-Chef im Jahre 2010 für über 23 Millonen Dollar Monsanto-Aktien gekauft hat, und nunmehr durch die Welt reist, um bei Staatsmännern Geld für die Bauern der armen Länder einzuwerben, damit sich diese u.a. Saatgut und Unkrautvernichtungsmittel kaufen können.

Und damit ist es immer noch nicht genug: Am 14.11.2013 erhielt genau jener Bill Gates in Berlin einen Bambi für all diese „Verdienste“.

Vielleicht war das mit Mose auf dem Berg damals in Wahrheit ganz anders: Sturm erschwerte die Verständigung, Mose hatte seinen Notizblock verloren und Gott hat in Wahrheit gesagt: „Du mußt stehlen.“ …

S.M.

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